In Brasilien fehlt es Millionen Familien an angemessenem Wohnraum, während zahlreiche Immobilien als Spekulationsobjekte leer stehen. Gegen diese Ungleichheit organisiert sich die Movimento dos Trabalhadores Sem Teto (MTST) – die Bewegung der obdachlosen Arbeiter:innen. Mit Grundstücksbesetzungen, politischer Bildungsarbeit und basisdemokratischen Strukturen ist sie zu einer der bedeutendsten sozialen Bewegungen des Landes geworden.
Im Zentrum unserer Veranstaltung steht ein Austausch zwischen Monika Ottermann (Aktivistin der MTST), Livia de Souza Lima und Lorenz Hertwig (Wissenschaftler:innen). Sie berichten aus der Praxis der Bewegung: vom Alltag in den Besetzungen, von den Auseinandersetzungen mit Staat und Immobilienmarkt sowie vom Kampf um eine grundlegende Stadtreform (reforma urbana).
Außerdem geht es darum, wie die MTST Basisorganisierung betreibt und die Wohnungsfrage mit anderen sozialen Kämpfen verbindet. Abschließend soll mit lokalen Akteur:innen diskutiert werden, welche Ansatzpunkte und Lehren der MTST für hiesige Kämpfe um Wohnraum relevant sein können.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg